Hallo lieber Mensch, der du dich fragst, was du mit deinem Leben hier auf Erden anfangen sollst. Ich will von Beginn an ehrlich mit dir sein: Ich habe KEINE konkrete Antwort für dich. Warum solltest du also weiterlesen? Ich möchte dir einen Grund nennen: Ich kenne vielleicht einen Weg, wie du es herausfinden kannst.

Lass mich dir eine kurze Geschichte erzählen:

Es war einmal ein junger Bettelsmann. Der lebte in einer großen Stadt und trieb sich dort an den Marktplätzen herum. Seine Kleider waren total zerrissen und schmutzig. Seinen Vater hatte er nie kennengelernt und seine Mutter war vor einigen Tagen als alte Frau gestorben. Sie hatte sich auch zu Lebzeiten um ihn kaum gekümmert und das einzige, was er von ihr gelernt hatte, war es ein flinker und geschickter Dieb zu sein.

Eines Tages, als der Bettlersmann wieder auf „Raubzug“ in den engen Straßen unterwegs war, erblickte er einen sehr gut gekleideten Mann. Es musste jemand vom Königshaus sein, denn er hatte noch nie so feinen Stoff gesehen. Er drängte sich vor, um den Mann genauer betrachten zu können. Da trafen sich die Blicke der beiden. Der Königsbote zeigte auf den Bettlersmann und sofort waren starke Diener links und rechts von ihm aufgestellt und hielten ihn an den Armen fest. Der Königsbote wirkte erstaunt und erfreut zugleich und befahl den Betterlsmann mit ins Schloss zu nehmen.

Man sah es dem Bettlersmann vor lauter Dreck und Schmutz und seinem langen Bart nicht an, aber er war erst 17 Jahre alt. Vor dem König hatte er Angst, aber er war auch wütend und zornig: Warum war er festgenommen worden? Der König ließ ihn vorladen und erklärte ihm etwas Unglaubliches: Er sei sein Vater! Seit Jahren suche er nach seinem verloren gegangenen Sohn, der ein atypisches Muttermal auf der linken Wange hatte – genauso eines, wie der Bettlersmann!

Der junge Bettlersmann verstand die Welt nicht mehr. Er bekam einen Diener an seine Seite gestellt, hatte Zugang zu allen Räumlichkeiten im Schloss und die Menschen verbeugten sich nun vor ihm. Von außen sah der Bettlersmann jetzt ganz anders aus. Nun trug auch er Gewand aus feinen Stoff, der Bart war geschnitten und die Haut sauber, aber im Inneren war er verwirrt und überfordert. 

Was denkst du, was der junge Bettlersmann mit seinem neuen Reichtum tat?

Im Inneren war er immer noch ein Bettler und genauso verhielt er sich auch. Er fing an Gegenstände aus dem Schloss zu verstecken. Er traute dem König nicht. Was, wenn der König sich irgendwann umentscheiden würde, und er wieder auf der Straße wohnen musste? Er wollte vorsorgen, und verkaufte unbemerkt und flink, wie ein Dieb, verschiedenste Gegenstände am Markt, versteckte welche an geheimen Plätzen in der Stadt und fraß sich so gut es ging voll mit all dem Essen, das ihm zur Verfügung stand. Der König ließ ihm ausrichten, dass er nun erlernen könne, was ihm beliebe. Aber der Bettlersmann, nun ein Prinz, war überfordert mit den Möglichkeiten. Und er hatte keine Ahnung, was er damit machen sollte. Das einzige, worin er wusste, dass er gut war, war das Stehlen. Und so tat er es auch weiterhin.

 

Ich glaube, dass wir Österreicher*Innen dem Bettlersmann in Einigem gar nicht so unähnlich sind. Wenn wir uns mal umschauen, dann gehören wir definitiv zu den Reichen und Privilegierten dieser Welt. Gleichzeitig sind die Generationen Y und Z (geboren ab 1980) mit ihrem Reichtum und Möglichkeiten absolut überfordert. Als ob wir im Inneren noch nicht gelernt hätten, wie wir damit gut umgehen können. Petra Bock*) hat die These aufgestellt, dass Einstellungen und Geisteshaltungen vererbt werden. So hat bspw. die Generation, die den Krieg miterlebt hat, ihr Sicherheitsstreben und sparsames Verhalten (völlig unbewusst) der nächsten Generation weitergegeben. Die Generation meiner Eltern war darauf fokussiert materiellen Reichtum aufzubauen und sich etwas zu „erschaffen“. Das Streben nach individueller Selbstverwirklichung war weitaus geringer. Viele heirateten und bekamen die ersten Kinder mit weniger als 25 Jahren. Für heutige Verhältnisse sehr jung. Was haben wir (die Millenials und GenZ`s) also gelernt: Sicherheit geht vor. Passt diese Denkweise noch zu unserer Realität? Keine Generation vor uns hatte so viele Möglichkeiten und offene Türen. Es geht für uns nicht mehr darum, sich zwischen Elektriker und Tischler zu entscheiden, zwischen Hausfrau und Lehrerin. Sondern darum zwischen 232 Studiengängen (alleine an der Uni Wien! siehe hier).

Passt deine Denkweise zu deiner Realität?

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass unser Gehirn ab 7 Entscheidungsmöglichkeiten überfordert ist. Mehr noch. Die Probanden haben sich ab mehr als 7 Marmeladesorten teilweise für KEINE entschieden. Nach dem Motto: Besser ohne Marmelade nach Hause gehen, als sich mit der Entscheidung noch länger zu quälen. Nun, von der Berufswahl kann man sich nicht einfach abwenden. Die Option keine Ausbildung oder kein Job steht für Viele nicht zur Debatte: Also führt der Weg direkt hinein in die Qual der Wahl. Das Frustrierende: Der Ozean der Möglichkeiten hört ja nicht mit der Ausbildungsentscheidung auf. Nach dem Abschluss fängt es erst richtig an. Welchen Arbeitgeber, welchen Job, welche Zusatzausbildung etc.? Und nach ein paar Jahren Berufserfahrung fragst du dich vielleicht: Ernsthaft, das ist die beste Marmelade, die ich bekommen kann?

Ich denke, es gibt einige Denkweisen Faktoren, die dir helfen können, das Richtige zu finden:

  • Verabschiede dich (zumindestens mal im Geiste) von deinem Sicherheitsdenken. Träume groß. Wage es eine Kindheitswünsche ernst zu nehmen. Trau dich, Verrücktes und das Wunderbarste vom Leben zu erhoffen.
  • Du bist nicht alleine. Du bist nicht alleine mit dieser Entscheidungsschwierigkeit. Du bist nicht alleine mit der Unzufriedenheit. Und du musst definitiv nicht alleine sein, auf dem Weg in dein neues Leben.
  • Du hast etwas Wundervolles zu geben. Es ist einfach fahrlässig Falsch zu glauben, du hättest für diese Welt nichts zu geben. Es gibt doch schon alles, was brauchte es da noch dich? Es braucht dich. Jemand braucht dich. Die Welt braucht dich. Du bist einzigartig. Also bist du auch in deinen Gaben absolut einzigartig.
  • Du kannst es. Verabschiede dich von dem Glauben daran, dass es sowieso nicht geht. Ich glaube, dass es einen Platz hier auf der Welt und in dieser Zeit gibt, den du einnehmen „sollst“, und zwar weil du es kannst. Weil vielleicht sogar NUR DU es kannst. Glaub an dich. Und wenn du das nicht kannst, dann such dir jemanden, der an dich glaubt.

Wenn es irgendetwas in dir gibt, dass sich nun angesprochen fühlt, oder das berührt wird; wenn es etwas in dir gibt, das wie ein „König“ (kitschig, ich weiß) auf dieser Welt leben möchte, und zwar, weil dies dein eigentliches und wahres Wesen ist, dann beginne damit, dich auf den Weg zu machen. Hör auf, die Zweifel, die Ängste, die Unsicherheit mit dir alleine herumzuschleppen und öffne dich anderen. Hab den Mut, dich auf den Weg zu machen. Hab den Mut, dich der überfordernden Entscheidung zu stellen, weil nicht entscheiden keine Option ist, hab den Mut dich zu öffnen, hab den Mut Entdeckungen zu machen, die dich überwältigen. Hab den Mut aus deiner Komfortzone herauszutreten.

Mach dich auf den Weg. Wann, wenn nicht jetzt?

Barbara Sher, meine absolute Inspiration, hat diesen wundervollen Ted-Talk gehalten, in dem sie den wahren „Dream Killer“ entschlüsselt: Isolation. Ich selbst habe vor ca. 1 Jahr einem kleine Gruppe gestartet, in der wir uns darin unterstützt haben, unsere Ziele zu identifizieren und umzusetzen. Diese Gruppe ist der Grund, warum ich heute selbstständig bin und den Mut habe, das zu tun, was ich tun möchte 🙈😆. Es ist für mich unglaublich, aber vor einem Jahr habe ich aufgeschrieben, wie mein „idealer Tag“ aussehen sollte. Und heute lebe ich einen Großteil davon bereits. Ich dachte, es würde Jahre dauern, bis ich mir auch nur einen Bruchteil davon erfüllt habe! Die Unterstützung, die gegenseitige Ermutigung, die Motivation und den Glauben an mich selbst, den ich durch diese Gruppe bekommen habe, ist durch nichts zu ersetzen. Ich möchte dich daher ermutigen, dir selbst eine solche Gruppe zu suchen oder eine zu starten. Das Buch von Barbara Sher, das ich dazu absolut empfehlen kann, ist Wishcraft.

Isolation is your dream killer, not your attitude. – Barbara Sher

Bei verbesserlich starten solche Unterstützer*Innengruppen im Rahmen der „Expedition Why“ am 28.Oktober. Du bist natürlich herzlich eingeladen, bei diesem 8-Wochen-Programm mitzumachen und in diesem Rahmen deine Vision und deine Ziele klarzumachen und mit dem Rückgrat deiner Unterstützer*Innengruppe dich auf den Weg zu machen. Alle  Infos zum Programm Expedition Y findest du hier:

*) Petra Bock: Mindfuck: Warum wir uns selbst sabotieren, und was wir dagegen tun können.