Ich habe eine Vision, bin seit 2 Monaten selbstständig tätig, liebe mein Arbeiten und trotzdem: Heute war ich total demotiviert. Serien schauen, Zeit vertrödeln, herumlungern, Schwachsinn Essen und was mir sonst noch Anstrengloses einfiel, war reizvoller als „etwas G`scheites tun“. In der Umfrage, die ich im Mai unter Studierenden durchgeführt habe, waren drei Lebensthemen an oberster Priorität, die die Befragten ändern wollten: Entscheidungsfindung, Umgang mit Angst und Motivation & Lebensfreude. In diesem Blogbeitrag möchte ich euch allen da draußen, die zwar bereits ein Ziel vor Augen haben, jedoch immer wieder die Motivation verlieren, dabei zu bleiben und durchzuhalten ein paar Gedanken, Fragen und Tipps mitgeben – lasst euch motivieren :)!

Findest du dein Ziel attraktiv?

Zunächst eine etwas unsexy Frage: Findest du das Ziel, das du dir gesetzt hast, auch wirklich attraktiv? Erfüllt dich die Vorstellung des Wahrwerdens deiner Vision mit Euphorie? Ist es das, wofür dein Herz brennt? Wenn dein gestecktes Ziel „nur“ Mittel zum Zweck ist, wenn du dir z.B. vorgenommen hast, 100.000 EUR zu verdienen, damit du dann damit das machen kannst, was du möchtest. Oder wenn du mit deiner Vision zwar die Erwartungen deiner Eltern erfüllst, es aber nicht dein eigener Wunsch ist, wenn es die „sichere Variante“ ist, aber nicht der interessante Weg, der vielleicht auch mit mehr Risiko verbunden ist, dann, du ahnst es schon: Setzte dein Ziel neu! Fange gleich damit an, das Ziel zu verfolgen, das du wirklich wirklich, wirklich verfolgen willst und warte nicht erst bis die Umstände besser oder das Konto voller ist. Welcher ist der erste Schritt, den du in diese Richtung gehen kannst? Nichts ist demotivierender, als ein Ziel vor Augen zu haben, dessen Erreichung in Wahrheit nicht sonderlich attraktiv ist. Eine Vision und ein Ziel für das du brennst vor Augen zu haben, das ist der wichtigste Bestandteil deines Motivationscocktails.

Nur noch kurz…

Was, wenn dein Ziel dich begeistert, du dich aber trotzdem immer wieder nur sehr schwer motivieren kannst? Oder, wenn du zur Verwirklichung deines Endziels ein unattraktives Zwischenziel erreichen musst, wie zum Beispiel dein Medizin-Studium abzuschließen, um dann ÄrztIn zu sein. Und du dich regelmäßig dabei ertappst, dass du noch kurz Staubsaugen musst, noch kurz eine Folge deiner Lieblingsserie anschaust, oder noch kurz die Welt retten möchtest? Unser Gehirn kann ganz schön kreativ im Finden von Ausflüchten, Ablenkungen und im Moment „wichtigeren“ Pflichten sein, die unbedingt JETZT erledigt werden wollen. Setze dir daher Prioritäten und erledige das Wichtigste zuerst. Mit dem Wichtigsten meine ich nicht die Überweisung der längst fälligen Rechnung, das Putzen des Bads, da heute Abend noch Gäste kommen oder das Korrigieren der Bachelorarbeit eines Freundes, die du schon für gestern versprochen hattest. Kurz gesagt, ich meine mit „wichtig“ nicht die dringenden Dinge, die erledigt werden müssen, sondern ich meine damit die Tätigkeiten, die dich langfristig gesehen auf direktem Wege deinem Ziel näher bringen. Räume dir für diese Aktivitäten die höchste Priorität ein und erledige sie zuerst.

Nimmst du deine Zeit ernst?

Verantwortung für das eigene Leben übernehmen bedeutet (auch) das eigene Leben und deine Zeit ernst zu nehmen. Nimmst du deine dir gegebene Zeit hier auf der Welt ernst? Was möchtest du über diese Lebensphase später einmal sagen können? Wenn du in zehn Jahren zurückblickst auf den heutigen Tag, diese Woche, diesen Monat und dieses Jahr, was denkst du, dass du dir dann wünschst getan zu haben? Was würdest du bereuen? Manchmal hilft es sich der eigenen Endlichkeit, der Endlichkeit der Lebenszeit und der Einmaligkeit des Moments bewusst zu werden, um sich zur Aktivität zu motivieren. Bestimmt kennst du das Gefühl, dass die Zeit schnell vergeht. Wo sind die Jahre geblieben? Was hast du in dem letzten Jahr, zwei Jahren oder letzten fünf Jahren gemacht? Nun, die Zeit vergeht bekanntlich immer schneller, je älter du wirst. Nimm deshalb die Zeit, die dir im Heute gegeben ist, ernst. Wie würdest du deinen Tag gestalten, wenn du deine Zeit ernst nimmst?

Erscheint der Berg zu groß?

Kann es sein, dass der Berg vor dir extrem groß erscheint? Kann es sein, dass dich dein Ziel bewusst oder unbewusst überfordert, und deine Ablenkungsstrategien Wege sind, um am Bergfuß herumzulaufen und dich dem steilen Aufstieg nicht stellen zu müssen? Eine Ausflucht in Erträgliches? Der größte Berg kann abgetragen werden, in dem man einen Stein nach dem anderen bewegt. Zerlege dein großes Vorhaben in kleiner Teilziele, bis sie dir machbar erscheinen. Sowohl zu klein gesteckte, als auch „zu groß“ gesteckte Ziele sind demotivierend. Prüfe und fühle daher nach, ob dich dein Ziel über- oder unterfordert und passe (Zwischen-)ziele dementsprechend an.

Erkenne innere Konflikte

Ist die Erreichung deines Zieles eventuell auch mit Unangenehmem verbunden? (Hohe) Ziele sind auch meistens mit Kosten verbunden. Was musst du zur Erreichung aufgeben? Wie werden deine Freunde, deine Familie, deine Geschwister reagieren, wenn du dein Ziel erreicht hast? Könnte es Missgunst oder Neid geben, den du insgeheim und unbewusst zu verhindern versuchst, indem du dich selbst sabotierst und blockierst? Hast du vielleicht Angst vor Ablehnung oder müsstest du dich auf deinem Weg verletzlich zeigen? Der Angst ins Auge zu blicken, sich den Risiken zu stellen, sich die Kosten durchzurechnen und abzuwiegen und sich der eigenen Verletzlichkeit bewusst zu sein und sich der Welt damit zu zeigen, sind fundamentale Prozesse und Entscheidungen, die dir wesentlich helfen können, deinen Weg ungehemmt und motiviert zu gehen.

Die Angst ist dein Freund

Angst fühlt sich unangenehm an. Niemand verspürt gerne Angst, sie macht ein unruhiges Bauchgefühl, vielleicht wird dir übel, auf jeden Fall ist es ein Gefühl, dass die meisten Menschen zu vermeiden versuchen. Dieses Vermeidungsverhalten könnte ein Grund sein, warum du dich nicht motivieren kannst und dich lieber mit Nichtigkeiten oder anderen Wichtigkeiten von deinen Zielen ablenkst. Betrachte die Angst als deinen Freund. Sie ist es, die dich bewahrt und beschützt – das ist ihre Aufgabe. Ein Freund, der es eben manchmal auch schlichtweg übertreibt mit der Fürsorge, der aber gehört werden möchte. Stelle dich deswegen deiner Angst – zuerst innerlich, indem du hinein fühlst und dich fragst: Wovor habe ich Angst? Was ist es, das mir Angst macht?  So komisch das klingt, aber ich habe super Erfahrungen damit gemacht mit meiner Angst zu reden. Sie also wirklich zu fragen, was ihr Angst macht? Und was sie bräuchte, um weniger Angst zu haben…  Klingt komisch, kann aber extrem aufschlussreich sein! Es kann sein, dass dir dann einfach Gedanken in den Sinn kommen, die du so zuvor noch nie gedacht hast und die dir ganz neue Aspekte und (Handlungs-)Möglichkeiten eröffnen.    Wenn du vor einer konkreten Situation oder Herausforderung Angst verspürst, dann versuche es mal mit der Vorstellung davon, dass du „aufgeregt“ bist. Dieses andere Wording ändert die Perspektive auf die Empfindung. Im Coaching nennt man das „Reframen“.

Viel Spaß beim Erreichen deiner Ziele! Schreib mir deine Fragen und Anregungen gerne in den Kommentaren, ich freue mich darauf sie dir beantworten zu können.

Go for Gold & Be Blessed

Lisa

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