Vielleicht kommt dir das bekannt vor: Du weißt, dass du alles tun kannst, was du willst.

Du weißt, dass du dazu bereit bist, selbst wenn der Weg anstrengend und hart wird, weil es da eine tiefe Sehnsucht nach „mehr“ gibt. Das einzige Problem ist, dass du nicht weißt, was du tun willst und wofür du deine Energien einsetzen möchtest. Es gibt heute so viele Möglichkeiten herauszufinden, wo die eigenen Begabungen liegen, und was dir Spaß macht. Endlose Ratgeber, Fragebögen, Persönlichkeitstests, Karriereberater*Innen, Berufs- und Ausbildungsmessen etc. By the way, falls du noch keine dieser Angebote genutzt hast, dann empfehle ich dir das 😉 Und dennoch, manchmal reicht all das nicht aus, um zu wissen, was man will. Oder?

Es gibt meines Erachtens zwei wichtige Komponenten, um deinen Weg und deine Berufung zu finden und Klarheit darüber zu bekommen. Diese können dir helfen, insbesondere dann, wenn du dir schon ganz, ganz viele Gedanken dazu gemacht hast, und einfach auf keinen grünen Zweig kommst. Die beiden Punkte sind nicht chronologisch zu betrachten, sondern sie greifen ineinander über. Für den / die eine*n ist es wichtig, mit A) zu beginnen, bei jemand anderem wird es eher B) sein.

  • Probiere etwas Neues aus

Es gibt die Menschen, die gerne und zuerst mal Tun und aktiv sind, dann gibt es jene, die lieber denken, und dann gibt es noch die, die die Dinge primär auf emotionaler Ebene bzw. intuitiv angehen. Ich finde diese schematische Dreiteilung manchmal ganz hilfreich, um sich selbst besser zu verstehen. Die „Denker“ haben manchmal Schwierigkeiten damit, ins Tun zu kommen und den ersten Schritt zu setzen. Besonders für diesen Typus ist es wichtig, genau hier anzusetzen. Mache den ersten Schritt, probier etwas aus! Vielleicht sagst du jetzt: Ja, wenn ich wüsste was, dann würde ich schon den ersten Schritt setzen, aber genau da liegt ja das Problem, dass ich nicht weiß wohin. Ich sage dir, Anfangen kann Teil der Lösung dieses Problems sein. Denn mit dem Tun erlebst du Neues und gewinnst Erfahrungen. Fragst du dich z.B. ob du in die Entwicklungshilfe gehen sollst oder nicht, dann mach ein Praktikum in diese Richtung und finde heraus, ob dir das Spaß machen könnte. Mit dem Erleben bekommst du mehr Informationen, als wenn du etwas „nur“ durchdenkst. Außerdem machen Erlebnisse Spaß, steigern deinen Selbstwert und du lernst dich selbst in unterschiedlichen Kontexten besser kennen. Finde heraus, welcher der erste, kleine Schritt ist, den du bereits heute (!) setzen kannst. Melde dich an zu einem Informationsabend, recherchiere zu Volontariaten oder Praktika, finde eine Organisation, ein Lokal, eine Firma bei der du Schnuppern kannst etc.

„Wer etwas wirklich will findet Wege, wer nicht will, der findet Gründe.“

  • Überdenke deine Glaubenssätze!

Manchmal sind es tiefliegende Glaubenssätze und Überzeugungen, die uns davon abhalten in unsere Berufung zu kommen. Heute ist es mir schwer nachvollziehbar, aber es gab eine Zeit, da habe ich es mir wirklich nicht erlaubt, einen sozialen Beruf auszuüben, weil ich fand, es müsste ein Beruf sein, in dem ich etwas „produziere“. Welche Überzeugungen und Vorstellung hast du bezogen auf das Arbeiten? Muss es „schwere“ und „harte“ Arbeit sein, oder darf sie auch Spaß machen? Darfst du etwas riskieren, oder muss es ein „sicherer“ Job sein? Überlege dir, welches Bild von Arbeit dir in deiner Familie vermittelt wurde. Wie wurde darüber gesprochen? Und was wurde vorgelebt? Die Antworten auf diese Fragen können dir wertvolle Informationen darüber geben, was deine eigenen Glaubenssätze zur Arbeit und zu deiner Berufung sind. Wenn nun deine innersten Wünsche mit den Glaubenssätzen, die sich über die Jahre und in deiner Kindheit und Jugend gebildet haben, nicht zusammenpassen, dann kann das zu einem inneren Konflikt führen und zu einer Art Blockade werden. Ein Teil von dir möchte deine Wünsche erfüllen, ein anderer Teil in dir will dich vehement davon abhalten. Das sind keine guten Voraussetzungen, um dir ein Leben zu gestalten, so wie du es gerne möchtest 😉 Ins Tun zu kommen ist übrigens auch ein sehr hilfreiches Mittel um deinen inneren Widerstand und deine Überzeugungen aus der Reserve zu locken. Du wirst sehen, sobald du den ersten Schritt gesetzt hast, kommen die Gedanken hervor, die dich innerlich blockieren. Erkenntnis ist der erste Schritt, wenn es ums Ändern von Glaubenssätzen geht 🙂

Ich hoffe, ich konnte dich dazu ermutigen, erste Schritte zu setzen, besonders dann, wenn du dir unsicher bist, welche Richtung du einschlagen sollst! Ich weiß, dass dieser Blogbeitrag nicht alle Facetten abdeckt, die bei diesem Thema auftauchen können. Also stay tuned für die nächsten Beiträge und schreibe mir gerne, wenn eine Frage aufgetaucht ist, oder dich ein Aspekt oder ein Thema besonders brennend interessieren!

Go for Gold & Be Blessed,

Lisa

P.S.: „Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will.“ ist ein sehr empfehlenswertes Buch von Barbara Sher.