Was ist der Sinn des Lebens? Das ist eine Frage, an der sich schon die größten Brains ihren Kopf zerbrochen haben. Können wir den Sinn des Lebens überhaupt erfassen? Können wir auf diese profunde Frage überhaupt eine Antwort finden?

Ich denke, dass besonders die Generation der Millenials (und wahrscheinlich auch die Generationen danach) dringend eine Antwort auf diese Frage brauchen. Warum? Jede Generation hat ihre eigene Herausforderung. Für die Elterngeneration der Millenials ging es darum, einen gewissen Wohlstand aufzubauen. Ihr Sinn war es, einen sicheren und langfristigen, gut bezahlten Job zu finden, sich etwas aufzubauen, ein Haus, eine Familie, Auto, Erspartes, das sie ihren Kindern weitergeben können. Während sie selbst als Kinder noch in (für uns heute) ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen sind (ohne Fernseher, oft ohne Auto, vielleicht sogar noch mit Plumpsklo im Freien!), haben sie im Laufe ihrer Generation ihr Land (ich denke an Mitteleuropa) zu großem Wohlstand, ja Reichtum, gebracht. Gab das Wissen darum, dass sie selbst im Alter und ihre Kinder später einmal einen gewissen Reichtum haben werden, ihrem Schaffen und Arbeiten vielleicht einen Sinn?

Für die Generation der Millenials sieht die Welt schon ganz anders aus. Wir (jedenfalls die meisten von uns) wachsen in guten Verhältnissen auf. Jede*r, der möchte, besitzt ein Smartphone, leistet sich Pizza auf Bestellung, ein schönes Notebook, jährlich (oder sogar mehrmals jährlich) einen Urlaub zur Entspannung, einen Kasten voll modischer Kleidung und viele machen ein Jahr lang nach der Schule „Pause“, reisen herum, genießen das Leben und versuchen „sich zu finden“. Wie könnte es dieser Generation einen Sinn geben einen sicheren Job zu haben, Geld zu machen, zu sparen, und dafür 50 Jahre in einem und denselben Unternehmen zu arbeiten? Für viele Millenials ist das (*surprise*) nicht erfüllend. Es ist eine Generation, die sich auf dem geschaffenen Reichtum „ausruhen“ kann, der die Work-Life-Balance wichtig ist, in der viele Teilzeit 80% oder weniger arbeiten und die sich die Frage stellen muss: Warum bin ich auf dieser Welt? Dieser Generation ist keine „Aufgabe“ vorherbestimmt und sie hat daher die Freiheit, aber auch die Pflicht, eine Antwort auf die Frage zu finden: „Was will ich mit meinem Leben machen?“

Der Sinn des Lebens ist es, ihm einen Sinn zu geben.

Laura Malina Seiler (Coach und ein Millenial)

Es ist dies die Suche nach einer Richtung, nach Sinn, nach Selbstverwirklichung, nach der eigenen Berufung und manchmal sogar nach Werten und Standards. Noch nie in der Menschheitsgeschichte gab es eine so große Fülle an Möglichkeiten und eine so große Freiheit jedes Einzelnen zu wählen, was das Herz begehrt. Möchtest du Arzt sein? Go for it! Möchtest du Anwalt werden? Sure! Möchtest du Social Media Manager sein? Why not! Bestimmt haben viele von ihren Eltern gesagt bekommen: „Du kannst werden, was du möchtest! Die Hauptsache ist, dass du dabei glücklich wirst!“ Als Jugendliche hat mich diese Freiheit, die mir meine Eltern gegeben haben, (fast) überfordert. Denn: Wenn ich am Ende mit meinem Leben unzufrieden bin, dann kann ich dafür niemand anderen verantwortlich machen! Ich kann keinen schlechten wirtschaftlichen Bedingungen, einengenden, autoritären Eltern oder der Unterdrückung von Frauen die Schuld dafür geben, wenn ich mit meinen Lebenswünschen Kompromisse eingehe. Mit der Wahlfreiheit geht eine große Verantwortung für die eigene Lebensgestaltung mit einher.

Ist doch großartig, oder? Freiheit und Eigenverantwortung, das wünschen wir uns doch alle! Ja, schon… aber was, wenn du nicht weißt, was du dir vom Leben eigentlich erwartest? Was, wenn du das Gefühl hast, dich einfach nicht entscheiden zu können? Was, wenn du dir unsicher bist, wo „dein größtes“ Talent liegt? Tja, dann können Freiheit und Verantwortung zu einer großen Herausforderung und sogar Last werden.

The meaning of life is to find your gift. The purpose of life is to give it away. 

Pablo Picasso

In der Psychologie hat das ganze sogar einen Fachbegriff: Die Quarter-Life-Crisis, also das Pendant zur Mid-Life-Crisis mit ca. 25 Jahren. Mit Anfang zwanzig (ich war wohl eine Krisen-Frühentwicklerin), habe ich mich selbst mit der Quarter-Life-Crisis diagnostiziert. Die Unsicherheit über meinen Sinn des Lebens und meine Berufung hat sich bis zu Angstzuständen, Heulattacken und einer depressiven Grundstimmung zugespitzt. Als ich herausgefunden hatte, dass es für meinen Zustand einen professionellen Begriff gab, hat mich das sehr erleichtert, denn hey, das bedeutet doch, dass es anderen genauso ergeht! Ja, das tut es! Falls du dich mit der Suche nach deiner Berufung und deinem Sinn des Lebens alleine fühlst, es gibt eine gute Nachricht: Das bist du nicht!

Ich denke heute, dass es nicht „die eine Berufung“ für einen Menschen gibt. Ebenso wenig, wie ich daran glaube, dass es genau einen, vorherbestimmten Partner*in für jeden Menschen irgendwo auf diesem Planeten gibt. Ich denke, wir sind vielmehr wandelnde Wunder, ausgestattet mit einem herausragenden Potential, das wir zu Beginn unserer Erdenzeit selbst noch gar nicht kennen. Im Laufe der Jahre lernen wir uns selbst besser kennen, entdecken die Welt um uns herum und erkennen, wo wir uns mit unserer einzigartigen Kombination aus Wissen, Erfahrungen, Vorlieben und Leidenschaften, in der Welt und zu dieser spezifischen Zeit auf der wir hier sind, einbringen können, damit das Leben hier auf Erden ein bisschen besser wird. Unsere Berufung entsteht also am Leben selbst. Wir dürfen sie entdecken, aber nicht in dem Sinne, dass wir auf ein Zeichen warten müssten, oder einen besonderen Ruf hören müssten. Es genügt, wenn wir uns auf eine spielerische Erkundungstour unserer Selbst machen: Was liebe ich zu tun? Und spüren, wo die Menschheit, die Stadt, deine Firma, deine Nachbarn, deine Freunde, deine Familie etwas brauchen, um dann Lösungen für diese Bedürfnisse zu finden, die wir mit unseren Leidenschaften füllen können: Könnte es sein, dass deine Berufung irgendwo in dieser Schnittmenge liegt?

Die Berufung entsteht am Leben selbst.

Wenn du dich auf die Suche nach deiner Berufung und deinem Sinn im Leben machen möchtest, dann lade ich dich herzlich ein, bei der Expedition Y mitzumachen. Das ist ein Kurs mit vielen Übungen für dich, und einer unterstützenden Gruppe, damit du deine Wünsche und Träume verwirklichen kannst 🙌😊.

Go for Gold & Be blessed,

Lisa